Patrick Amelsberg


  • Webseite:

  • E-Mail:p.amelsberg@verein-fuer-vielfalt.de

  • Telefon Nr.:0152 34 58 65 55

  • Sprachen: Deutsch, Englisch

    Themengebiete: Homophobie, Sexismus

    Stadt: Braunschweig, Barienrode

    Funktion im Sport: Tischtennisspieler

    Geburtsjahr: 1989

Wie ich zum Verein für Vielfalt gekommen bin?
Das ganze fängt damit an, dass ich 2016 den Telefonhörer genommen habe und mir vorgenommen habe mich als bisexuell zu outen.
Das hat auch mich einiges an Überwindung gekostet.

Wem erzählt man es als Erstes?
Wie erzählt man es?

Wann erzählt man es?

Darüber kann man sich schon den Kopf zerbrechen… aber Moment mal, da habe ich doch mal was im Fernsehen gesehen?
Wie heißt doch gleich dieser Sportler der sich geoutet hat und gleichzeitig ehrenamtlich bei dieser Thematik engagiert???
Google dein bester Freund! 
Ich brauchte gar nicht lange suchen und schon bin ich bei Marcus Urban gelandet.

Jawoll, fertig. Ach ne da fehlt ja noch der Kontakt…mhhhh was nun? Nach kurzem Hin und Her habe ich tatsächlich seine Nummer gefunden.

Kommen wir nun zum Anfang zurück. Ich hatte also Marcus Nummer und habe ihn angerufen.
Nach ein paar Sekunden hat er dann auch direkt abgenommen.
In den ersten paar Minuten habe ich wahrscheinlich so wirres Zeug geredet und gestottert, dass er mich für einen Reporter gehalten hat, der ein Interview mit ihm wollte  ?

Als ich mich ein zweites Mal vorgestellt und erklärt hatte, wusste nun auch Marcus, was ich eigentlich von ihm wollte.
Da ist ein 25-jähriger der ehrenamtlich im Vorstand eines großen Breitensportvereines tätig ist und sich vorgenommen hat nicht länger zu verstecken. 

Wie ging es dann weiter…?

...Wir haben erst einmal sehr lange geplaudert und ich habe Marcus meine Situation sehr ausführlich geschildert. Ich bin heute noch froh, dass er sich damals die Zeit genommen und mir lange zugehört hat.

Nach einigen Gesprächen hat er vorgeschlagen, dass ich telefonisch auch mit anderen Mitgliedern aus dem Verein für Vielfalt in Kontakt treten kann. Es hat richtig gutgetan, mit anderen aus meinem Alter zu sprechen und wie sich deren Alltag so gestaltet.

Man hatte endlich nicht mehr das Gefühl allein zu sein, sondern hatte jemanden bei dem man sich aussprechen konnte. Nach vielen Gesprächen, die mir auch guttaten, sollte es dann auch mal weitergehen. Ich wollte ja schließlich selber mithelfen und den VfV unterstützen.

Wer sich übrigens telefonisch an mich wenden möchte, kann das gerne tun. Auf der Homepage vom VfV ist jetzt auch meine Handynummer hinterlegt.

Nachdem wir intern ausreichend Gespräche geführt hatten ging es nun weiter.
Zusammen haben Marcus und ich uns entschieden, Kontakt mit dem Landessportbund Niedersachsen aufzunehmen.
Dort haben wir uns dann, mit einer uns zugewiesenen Person für das Anliegen, ausgetauscht und besprochen.
Wir waren uns relativ schnell einig, dass wir einen Bericht im Magazin des LSB veröffentlichen wollen, um Reichweite in Niedersachsen zu bekommen. 
Dafür habe ich dann in einem Interview erzählt, wie ich zu dem VfV gekommen bin und was wir vorhaben in Niedersachsen.

Wir wussten gleich, dass wir mit diesem Artikel natürlich keine Bäume ausreißen werden oder sich gleich mehrere hunderte Menschen melden werden, die um Unterstützung bitten, aber ein bisschen Erfolg gab es dann schon.
 
Ein paar wenige haben angefangen Kontakt mit uns aufzunehmen. Auch aus meinem Sportbereich kam der ein oder andere auf mich zu und hat mir seine Geschichte anvertraut. 
Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten fleißig arbeiten und die angefangene Arbeit im Team fortsetzen.

Ich kann abschließend zu dieser kleinen Geschichte sagen, dass ich wirklich zu keiner Zeit diesen Schritt bereut habe und es mir sehr viel weitergeholfen hat. 

:-)